SPD Alsbach-Hähnlein

Der FC Alsbach, die CDU und der Versuch die Gemeindevertretung überflüssig zu machen

Fraktion

Vereine sind wichtig, kosten aber Geld. Manch ein Verein kostet mehr als andere. Ist er damit wichtiger?

Diese Frage hat sich die Gemeindevertretung in den letzten Monaten des Öfteren stellen müssen. CDU und Freie Wähler waren mit ihrer knappen Mehrheit der Gemeindevertretung der Meinung, dass das so sein sollte und versilberten mit Kostenzusagen in Höhe von 425.000€ und einer Bürgschaft der Gemeinde in Höhe von 125.00€ den Neubau eines Kunstrasenplatzes auf dem nicht weiter entwicklungsfähigen Sportgelände. 550.000€, auf die die Gemeinde jetzt keinen Einfluss mehr hat, da für die ambitionierten Baumaßnahmen den Fußballern auch noch die Bauherrenschaft übertragen wurde. Fachleute der Gemeinde, die dafür geschult sind, braucht der FCA nicht. Amateure, die Fußball spielen können, können auch eine halbe Million Euro verbauen - so die einhellige Meinung von CDU und FW.

Warten wir das mal ab, ob der Verein das vergessene Ausschreibungsverfahren im Nachhinein doch noch zu einem guten Ende führt. Gutes Ende! Ach nein – da war doch noch was: Entgegen allen Beteuerungen von CDU und Verein, dass kein weiteres Geld für den Fußballplatz mehr benötigt wird, kommen die nächsten 70.000€ auf das Gemeindesäckel zu. Eine neue Flutlichtanlage muss her. Obwohl der FCA beteuerte, dass die vorhandene Anlage für den Spiel- und Trainingsbetrieb vollkommen in Ordnung ist, stellt sich genau das Gegenteil heraus. Die Anlage ist so marode, dass der Spielbetrieb sofort eingestellt werden muss. Das war vorhersehbar und die Gemeinde wird zahlen.

Wie man aber aus der Fehlplanung von Fußballern, CDU, FW und auch der Verwaltung noch versucht zu profitieren, hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Bubenzer in einem beispiellosen Akt der Missachtung des Gemeindeparlaments dargestellt. Mit einem rechtlich nicht haltbaren Versuch eine Sondersitzung des Haupt- und Finanz-ausschusses einzuberufen, wollte Bubenzer wieder der "Retter des FCA" werden. Die CDU beantragt, dem FCA sofort ungefähr, etwa – weil, man weiß es ja nicht so genau - 60.000€ für eine neue Flutlichtanlage zur Verfügung zu stellen. Bauherr, werden die Fußballer, weil die sich ja nicht nur mit Rasen, sondern auch mit Großbeleuchtungsanlagen auskennen.

Schade nur, dass Herr Bubenzer die Rechnung ohne Gesetze und die HGO (Hessische Gemeindeordnung) gemacht hat. Hier ist nachzulesen, dass über ein Vorhaben dieser Größenordnung nur die Gemeindevertretung und kein Ausschuss entscheiden kann. Die bereits von Bubenzer beantragte und vom Ausschussvorsitzenden Kaffenberger, anberaumte Sitzung musste am Tag vorher kleinlaut wieder abgesagt werden. Jetzt wird die Gemeindevertretung im September nach den Regeln der Gemeindevertretung und nicht die CDU entscheiden.

Gut so! Das einzig Positive wird sein, dass die Kosten für die Flutlichtanlage wahrscheinlich aus den noch nicht verwendeten Geldern für die unsinnige Umgehungs-straße Hähnlein bestritten werden. Hier ist übrigens noch genügend Geld vorhanden, um die Kostensteigerung des Feuerwehrneubaus Hähnlein zu bestreiten. Für die Sicherheit der Gemeinde ist die CDU allerdings nicht bereit Geld auszugeben. Die Feuerwehr Hähnlein ist offenbar kein Verein, mit dem man Wahlen gewinnen kann.

Uns bleibt nur die Sorge, was demnächst noch an Kosten durch den Alsbacher Fußballclub auf die Gemeindkasse zukommt (Funktions- und Wirtschaftsgebäude sind nicht gerade in gutem Zustand). Die CDU hat hier ein Fass aufgemacht, das schwer wieder zu schließen sein wird. Alle anderen Vereine werden bei der gespannten Haushaltslage, die im nächsten Jahr auf uns zukommt, nicht viel zu erwarten haben.

In der Alsbach-Hähnleiner Gemeindevertretung sollte wieder der Gedanke einkehren, dass die Gemeindevertretung für alle zuständig ist. Es wird sonst nicht möglich sein, die Unzufriedenheit von anderen Vereinen verhindern zu können. Und unzufriedene Vereine sind ein Teil einer unzufriedenen Gesellschaft. Und das wird die Gesellschaft sein, in der wir alle leben.

 
 

Unsere Landtagsabgeordnete Heike Hofmann

 

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